Was ist EDM?

Die Funkenerosion wird von der Industrie eingesetzt, um mit großer Präzision jede Art von leitfähigem Material (Metalle, Legierungen, Grafit, Keramik, usw.) ohne Berücksichtigung ihrer Härte zu bearbeiten.
Mit EDM bearbeitetes Werkstück
aus gehärtetem Stahl


Definition

Als Funkenerosion wird die spanende Bearbeitung definiert, bei der das Material mit einer Reihe aufeinanderfolgender elektrischer Entladungen zwischen zwei Polen (Elektrode/Arbeitswerkzeug und Werkstück) abgetragen wird.

Die Entladungen werden von Generatoren für elektrische Impulse erzeugt.




Physikalisches Prinzip der Funkenerosion

Die Bearbeitung durch Funkenerosion erfolgt durch das Überspringen elektrischer Funken zwischen zwei Elektroden mit einer bestimmten elektrischen Spannung; die beiden Elektroden befinden sich in einer isolierenden Flüssigkeit (flüssiges Dielektrikum).

Da beide Elektroden vom Dielektrikum isoliert werden, muss die angelegte Spannung an beiden Elektroden ausreichend hoch sein, um ein elektrisches Feld zu erzeugen, das höher als die isolierende Eigenschaft der Flüssigkeit ist.



Durch Anlegen dieses elektrischen Feldes werden freie positive Ionen und Elektronen beschleunigt und erzeugen dabei einen Entladungskanal, der leitfähig wird. Der Funke springt genau an dieser Stelle über. Hierdurch entstehen Kollisionen zwischen den Ionen (+) und den Elektronen (-), und es wird ein Plasmakanal erzeugt.




Aufgrund der Zusammenstöße entstehen an beiden Polen hohe Temperaturen, und um den Plasmakanal herum bildet sich eine größer werdende Gaskugel. Gleichzeitig schmelzen und verdampfen die hohen Temperaturen an beiden Polen einen Teil des Werkstückmaterials, während sich die Elektrode nur sehr geringfügig abnutzt.



In dieser Situation (große Gaskugel und geschmolzenes Material an beiden Polen) wird der elektrische Strom unterbrochen. Der Plasmakanal fällt in sich zusammen, und der Funke bricht ab. Das flüssige Dielektrikum verursacht eine Implosion des Gases (Explosion nach innen).

Hierdurch entstehen Kräfte, die das geschmolzene Material abtragen, und auf der Oberfläche entstehen zwei Krater. Das geschmolzene Material verfestigt sich und wird in Kugelform vom flüssigen Dielektrikum weggeschwemmt. Diese Kugeln können als „Späne der Funkenerosion" bezeichnet werden.


ONA Electroerosión ©, 2000